Medizinisches Cannabis

Autorin: Dr. med. Olena Orlova, Fachärztin für Allgemeinmedizin
Zuletzt medizinisch geprüft am: 25. August 2026

Für wen kommt eine Cannabistherapie infrage?

Eine Therapie mit medizinischem Cannabis ist keine pauschale Standardbehandlung. Sie kann als mögliche Behandlungsoption geprüft werden, wenn bisherige Therapien nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Ob die Behandlung im individuellen Fall medizinisch sinnvoll und vertretbar ist, entscheidet die Ärztin nach ausführlicher Anamnese, individueller ärztlicher Prüfung und sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken.

Wie läuft die Behandlung ab?

Am Anfang steht ein persönliches ärztliches Gespräch mit ausführlicher Anamnese. Dabei werden die aktuellen Beschwerden, vorhandene Diagnosen, bisherige Behandlungen, eingenommene Medikamente und mögliche Risiken berücksichtigt.

Anschließend prüft Dr. med. Olena Orlova individuell, ob medizinisches Cannabis als Therapieoption infrage kommt. Eine Verordnung erfolgt nicht automatisch, sondern ausschließlich nach ärztlicher Indikationsstellung.

Wenn eine Behandlung begonnen wird, werden Wirkung, Verträglichkeit und Behandlungsziele im Verlauf ärztlich kontrolliert. Falls erforderlich, wird die Therapie individuell angepasst.

Medizinisches Cannabis kann eine Therapieoption sein, wenn herkömmliche Behandlungen nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Die Wirkstoffe THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) greifen in das körpereigene Endocannabinoid-System ein und können so verschiedene Beschwerden beeinflussen.

Anwendungsgebiete

 Chronische Schmerzen:
z. B. bei Rückenbeschwerden, Arthrose oder rheumatischen Erkrankungen – insbesondere wenn klassische Schmerzmittel nicht ausreichend helfen.

Multiple Sklerose (MS):
mögliche Linderung von Spastiken und Verbesserung der Beweglichkeit.

Epilepsie:
insbesondere bei therapieresistenten Verläufen (z. B. mit CBD).

Übelkeit und Appetitverlust:
z. B. im Rahmen einer Chemotherapie oder bei schweren Erkrankungen.

Schlafstörungen und Unruhe:
in ausgewählten Fällen unterstützend einsetzbar.

Therapieansatz

Die Behandlung erfolgt individuell und unter ärztlicher Begleitung. Eingesetzt werden Cannabisblüten, standardisierte Extrakte oder Fertigarzneimittel (z. B. Dronabinol). Die Dosierung wird schrittweise angepasst („start low, go slow“), um eine gute Verträglichkeit zu gewährleisten.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen sind – insbesondere bei THC-haltigen Präparaten – Schwindel, Müdigkeit, Mundtrockenheit oder vorübergehende psychische Reaktionen. Deshalb erfolgt die Therapie stets unter ärztlicher Kontrolle.

Fortbildungen und Konsil

Auf Anfrage bieten wir Fortbildungen und Konsile für ärztliche Kolleginnen und Kollegen, Apotheken sowie medizinisches Fachpersonal an – sowohl online als auch vor Ort.

Webinar: Cannabis & Führerschein

Für neue Patientinnen und Patienten bieten wir regelmäßig ein kostenloses Webinar zum Thema „Medizinisches Cannabis & Führerschein“ an.

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Quellen und weiterführende Informationen

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Medizinisches Cannabis
https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Medizinisches-Cannabis/_node.html

Gesetz zur Versorgung mit Cannabis zu medizinischen und medizinisch-wissenschaftlichen Zwecken (MedCanG)
https://www.gesetze-im-internet.de/medcang/