Schlafstörung
Kurz erklärt: Schlafstörungen sind anhaltende Probleme beim Ein- oder Durchschlafen oder beim erholsamen Schlaf. Entscheidend ist nicht eine einzelne schlechte Nacht, sondern Häufigkeit, Dauer und Leidensdruck.
Typische Symptome
Einschlafprobleme (lange Wachliegezeit), Durchschlafprobleme mit häufigem Aufwachen, zu frühes Erwachen und nicht erholsamer Schlaf trotz ausreichender Schlafdauer. Tagsüber zeigen sich oft Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit und Leistungsabfall.
Wann sollte man das abklären?
Sinnvoll ist eine Abklärung, wenn Beschwerden mindestens dreimal pro Woche über mehrere Wochen bestehen oder wenn deutliche Tagesschläfrigkeit bis hin zu Sekundenschlaf-Risiko dazukommt. Auch Schnarchen mit Verdacht auf Atemaussetzer (Schlafapnoe) oder starke Beinunruhe (Verdacht auf Restless-Legs) sind klare Gründe.
Häufige Ursachen
Schlafstörungen haben oft mehrere Auslöser gleichzeitig. Häufig sind Stress und Grübeln, innere Anspannung oder depressive Symptome. Dazu kommen Lebensstil-Faktoren wie unregelmäßige Zeiten, spätes Koffein oder Alkohol, viel Bildschirm am Abend sowie zu wenig Tageslicht und Bewegung. Körperliche Ursachen können Schmerzen, Reflux, Atemprobleme oder hormonelle Faktoren sein. Wichtig sind außerdem schlafbezogene Erkrankungen wie Schlafapnoe oder Restless-Legs sowie Medikamente und Substanzen inklusive Wechselwirkungen oder Entzug.
Diagnostik: Was wird sinnvoll geprüft?
Im Fokus steht eine strukturierte Schlafanamnese: Schlafzeiten, Aufwachen, Tagesmüdigkeit, Schnarchen, Beinunruhe und Belastungsfaktoren. Sehr hilfreich ist ein Schlafprotokoll über ein bis zwei Wochen, bevor man Therapieentscheidungen trifft. Bei Hinweisen auf Schlafapnoe wird gezielt darauf gescreent. Je nach Situation können Laborwerte (zum Beispiel Eisen/Ferritin bei Restless-Legs) und eine schlafmedizinische Abklärung sinnvoll sein.
Behandlung: Was hilft typischerweise wirklich?
Grundprinzip: Ursachen behandeln und den Schlaf-Wach-Rhythmus stabilisieren. Reine „Schlafmittel-Lösungen“ sind selten dauerhaft. Realistische Schlafhygiene heißt vor allem: regelmäßige Zeiten, morgens Licht, abends runterfahren und spätes Koffein vermeiden. Bei klassischer Insomnie ist CBT-I (kognitive Verhaltenstherapie für Schlaf) häufig der wirksamste langfristige Ansatz. Medikamente können je nach Lage sinnvoll sein, sollten aber gezielt und zeitlich begrenzt eingesetzt werden.
Cannabis bei Schlafstörungen
Wichtig: Cannabis ist keine Standard-Ersttherapie für Schlafprobleme. Es kann in ausgewählten Fällen nach ärztlicher Prüfung eine Option sein – insbesondere, wenn eine Grunderkrankung wie chronische Schmerzen oder neurologische Beschwerden den Schlaf stört und mitbehandelt werden soll.
Wann kann es eine Rolle spielen?
Als mögliche Alternative, wenn etablierte Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden, und wenn der erwartete Nutzen im Einzelfall plausibel gegenüber Risiken abgewogen wurde.
Was sollte vorher geklärt sein?
Wichtig ist, eine mögliche Schlafapnoe nicht zu übersehen und klare Auslöser wie Stress, Rhythmusprobleme oder Substanzen/Medikamente sauber einzuordnen. Außerdem sollten Vorerkrankungen und Begleitmedikation berücksichtigt werden.








